Verlustvorträge können vom Erwerber übernommen werden

Mantelkauf: § 8d KStG ergänzt § 8c KStG

Auf seiner letzten Sitzung im Jahre 2016 hat der Bundesrat dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Verlustverrechnung bei Körperschaften zugestimmt. Es wurde am 23. Dezember 2016 im Bundesgesetzblatt Teil I 2016 (Nr. 63 S. 2998b) veröffentlicht. Der neue § 8d KStG trat somit zum 1. Januar 2016 in Kraft. Hiernach ist § 8c KStG auf Antrag in bestimmten Fällen nicht anzuwenden, so dass bestehende Verlustvorträge für einen Unternehmenskäufer erhalten bleiben (können).

War es bisher so, dass bei einem Anteilserwerb von mehr als 25% bestehende Verlustvorträge anteilig untergingen und bei mehr als 50% eine zukünftige Verlustverrechnung komplett versagt wurde, gibt es seit dem Wirtschaftsjahr 2016 neue Möglichkeiten für Unternehmenskäufer, die als Nachfolger das Unternehmen fortführen möchten.

Die Körperschaft muss unter anderem seit drei Jahren denselben Geschäftsbetrieb unterhalten haben. Der Geschäftsbetrieb, der auch bis zum Verbrauch des “fortführungsgebundenen Verlustvortrages“ fortgeführt werden muss, umfasst dabei  “die von einer einheitlichen Gewinnerzielungsabsicht getragenen, nachhaltigen, sich gegenseitig ergänzenden und fördernden Betätigungen der Körperschaft und bestimmt sich nach qualitativen Merkmalen in einer Gesamtbetrachtung. Qualitative Merkmale sind insbesondere die angebotenen Dienstleistungen oder Produkte, der Kunden- und Lieferantenkreis, die bedienten Märkte und die Qualifikation der Arbeitnehmer.“

Der noch nicht aufgebrauchte Verlustvortrag geht jedoch dann unter, wenn

a) der Geschäftsbetrieb eingestellt oder ruhend gestellt wird,
b) der Geschäftsbetrieb einer anderen Zweckbestimmung zugeführt wird,
c) die Körperschaft einen anderen Geschäftsbetrieb aufnimmt,
d) die Körperschaft sich an einer Mitunternehmerschaft beteiligt,
e) die Körperschaft Organträgerin im Sinne des § 14 Abs. 1 KStG wird oder
f)  auf die Körperschaft Wirtschaftsgüter unter dem gemeinen Wert übertragen werden.