Erbschaftsteuer und vereinfachtes Ertragswertverfahren – die finale Version?

Mit der Erbschaftsteuer gab es in 2016 nicht nur eine große Verunsicherung wegen des Verschonungsabschlags bzw. der 100% Optionsverschonung bei Betriebsvermögen bis 26 Mio. Euro – hier droht den KMU Betrieben allerdings keine allzu große Gefahr, wenn die bisherigen Behaltefristen und Lohnsummenregelungen eingehalten werden.
Es gab jedoch auch eine neue Regelung zur Unternehmensbewertung an sich. Nachdem der Kapitalisierungsfaktor des vereinfachten Ertragswertverfahrens am 2.1. 2016 zunächst auf 17,9% festgelegt wurde, erfolgte am 9.11. 2016 rückwirkend zum 1.1. 2016 eine Reduzierung auf 13,75%. Mit dieser Regelung wurde das bisherige Verfahren einer Kombination aus jährlich variablem Basiszins und einem festen Zuschlag von 4,5% aufgegeben.

Mit 13,75% liegt der Kapitalisierungsfaktor, der sich auf ein nach § 202 BewG zu berechnendes Periodenergebnis bezieht, immer noch bei weitem über einem nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ermittelten Faktor. Mit § 11 II BewG erhält der Steuerpflichtige die Option, eine “ganz normale” Unternehmensbewertung nach Ertragswertverfahren, Discounted Cash Flow oder auch nach einer angemessenen Multiplikatormethode durchzuführen.

Die vorstehende Grafik zeigt die Werteentwicklung, die ein Unternehmen bei einem Periodenergebnis von 500.000 Euro in der Vergangenheit – allein aufgrund der Änderung der steuerlichen Kapitalisierungsfaktoren – realisiert hätte. Das * bei 2016 markiert die aktuelle Beschlussfassung.